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Rezensionen:
113 Rezensionen
Bewertung:

hilfreich: 12

nicht hilfreich: 1

Rang:
318

Rezensionen

DVD

The Help

Tate Taylor

CHF 11.40
auf Merkliste

40

15.05.2012

„Lauter gute Geister!”

Die Romanverfilmung von Stocketts Buchvorlage ist wirklich gelungen. Kein Ersatz für das Lesevergnügen, aber eine gute Ergänzung. Denn natürlich musste an diversen Stellen gekürzt werden, viele Episoden der schwarzen Kindermädchen haben es nicht in den Film geschafft. Trotzdem stimmt die Atmosphäre und das Anliegen.

Die Charaktere sind wirklich gut getroffen und ideal besetzt worden. Ein gelungener Soundtrack rundet das Gesamtpaket ab. Eine wunderbare DVD für trübe Tage auf der Couch – alleine oder mit Freundinnen zusammen – in Reichweite der einen oder anderen Packung Taschentücher.

Trotz guter Synchronisation lohnt auch mal ein Wechsel auf die englische Tonspur. Enttäuschend hingegen ist die Ausstattung der DVD. Die Extras haben leider nicht viel mehr zu bieten als ein Video des Titelsongs und drei ausgewählter Szenen, die entfallen sind. Das wirkt etwas einfallslos bei einem ansonsten runden Filmpaket.

30

12.05.2012

„Der Duft von Erde und Zitronen”

... erinnert Imma an ihre schöne, traurige Mutter, die bei einem Unfall ums Leben kam. Und dieser Duft ist es, der ihr selbst zum Verhängnis wird, als sie – verborgen vor sämtlichen Blicken – Zeugin einer Vergewaltigung mit Todesfolge wird. Sie wollte doch nur ihrer Mutter näher sein und sieht stattdessen, wie der jüngste Spross des Camorra Bosses – versehentlich - ein minderjähriges Mädchen tötet. Imma traut sich nicht, etwas davon zu erzählen, bis sie selbst zwei Jahre später Opfer seiner Gewalt wird. Sie wehrt sich jedoch und schlägt ihrem einiger den Schädel ein. Nun befindet sich auch Imma hautnah in einem Strudel aus Gewalt und Schuld, der ihre Familie bereits seit Generationen im Griff hat.

Sie wird zu ihre Schutz in den Norden gebracht und fristet so weitab von Neapel ein Leben als „Gefangene“ zu ihrem eigenen Schutz. Ihr fehlt ihre Familie, die Natur, ihre Freiheit. Solange, bis sie stundenweise ausbricht und durch den jungen Buchhändler Paolo und seine Buchempfehlungen (Anne Frank, Tom Sawyer,...) den Mut findet auszubrechen.

Oggero gelingt es, durch Rückblenden und kurze Passagen aus Immos gegenwärtigem Leben, eine ganze Familie über vier Generationen hinweg zu begleiten. Mit Sinn für (gebrochene) Charaktere fördert sie immer wieder das große Thema immaterieller Schuld zu Tage. Vetternwirtschaft, nicht ganz freiwillige Gefälligkeiten, Familienehre und -schuld; all das findet sich in diesem Ausmaß wohl nur in Süditalien.

Die Autorin kommt aus dem Krimifach was man auch ihrem Roman anmerkt. Sie versteht es, Spannung aufzubauen und behutsam Puzzlesteine einer Geschichte zu streuen, die schließlich ein stimmiges, harmonisches Bild ergeben. Und doch fehlt etwas, um den letzten Funken überspringen zu lassen.

Ein netter Sommerschmöker mit viel süditalienischem Flair, der für mich aber zu holprig beginnt, um direkt einen Sog zu entwickeln. Sprachlich jedoch wirklich gelungen, und deshalb auch auf jeden Fall lesenswert – auch wenn die Lässigkeit der Krimis fehlt.

30

12.05.2012

„Der Duft von Erde und Zitronen”

... erinnert Imma an ihre schöne, traurige Mutter, die bei einem Unfall ums Leben kam. Und dieser Duft ist es, der ihr selbst zum Verhängnis wird, als sie – verborgen vor sämtlichen Blicken – Zeugin einer Vergewaltigung mit Todesfolge wird. Sie wollte doch nur ihrer Mutter näher sein und sieht stattdessen, wie der jüngste Spross des Camorra Bosses – versehentlich - ein minderjähriges Mädchen tötet. Imma traut sich nicht, etwas davon zu erzählen, bis sie selbst zwei Jahre später Opfer seiner Gewalt wird. Sie wehrt sich jedoch und schlägt ihrem einiger den Schädel ein. Nun befindet sich auch Imma hautnah in einem Strudel aus Gewalt und Schuld, der ihre Familie bereits seit Generationen im Griff hat.

Sie wird zu ihre Schutz in den Norden gebracht und fristet so weitab von Neapel ein Leben als „Gefangene“ zu ihrem eigenen Schutz. Ihr fehlt ihre Familie, die Natur, ihre Freiheit. Solange, bis sie stundenweise ausbricht und durch den jungen Buchhändler Paolo und seine Buchempfehlungen (Anne Frank, Tom Sawyer,...) den Mut findet auszubrechen.

Oggero gelingt es, durch Rückblenden und kurze Passagen aus Immos gegenwärtigem Leben, eine ganze Familie über vier Generationen hinweg zu begleiten. Mit Sinn für (gebrochene) Charaktere fördert sie immer wieder das große Thema immaterieller Schuld zu Tage. Vetternwirtschaft, nicht ganz freiwillige Gefälligkeiten, Familienehre und -schuld; all das findet sich in diesem Ausmaß wohl nur in Süditalien.

Die Autorin kommt aus dem Krimifach was man auch ihrem Roman anmerkt. Sie versteht es, Spannung aufzubauen und behutsam Puzzlesteine einer Geschichte zu streuen, die schließlich ein stimmiges, harmonisches Bild ergeben. Und doch fehlt etwas, um den letzten Funken überspringen zu lassen.

Ein netter Sommerschmöker mit viel süditalienischem Flair, der für mich aber zu holprig beginnt, um direkt einen Sog zu entwickeln. Sprachlich jedoch wirklich gelungen, und deshalb auch auf jeden Fall lesenswert – auch wenn die Lässigkeit der Krimis fehlt.

E-Book

Sommertöchter

Lisa-Maria Seydlitz

CHF 27.40 CHF 25.90
auf Merkliste

40

12.05.2012

„Eine trügerische Familienidylle”

Wann ist Familie Familie? Wie stark sind Blutsbande? Und was ist, wenn die Idylle längst nicht so harmlos ist, wie sie scheint?

Juno hat geerbt. Ein Fischerhaus in der Bretagne, das ihrem Vater gehörte, der acht Jahre zuvor verstorben ist. Wie kam er zu diesem Besitz? Warum wusste Juno nichts davon? Warum hat ihre Mutter ihr diesen Besitz verschwiegen? Sie beschließt, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen und fährt quer durch Deutschland zur französischen Westküste. Als sie dort ankommt strömen Erinnerungen eines Sommerurlaubs auf sie ein, die sie lange vergessen glaubte. Und doch hat sich einiges verändert in dem kleinen Ort.

Die weitaus größte Überraschung: das Fischerhaus scheint bewohnt, von der französischen Studentin Julie, die ähnlich alt ist, wie Juno selbst. Zögerlich schließen die beiden Freundschaft und komplettieren den kleinen Kreis durch den Nachbarn Jan. Ein ganz besonderer Sommer liegt vor diesen Dreien. Ein Sommer voller Erinnerungen, voller Verlust, Liebe und einer Vergangenheit, die ganz anders war, als sie schien.

Seydlitz gelingt einfühlsam das Portrait von zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein können und sich trotzdem langsam und behutsam annähern. Der jungen Autorin ist ein literarischer, wundervoller Sommerschmöker gelungen, dem hoffentlich noch viele weitere folgen werden.

30

12.05.2012

„Eine Liebe, zwei Kontinente, drei Generationen”

Die Schmetterlingsinsel ist Ceylon, nunmehr eine Nation, die vor allem durch ihren Teeanbau bekannt ist. Doch das war nicht immer so. Als niederländische Kolonie wurde zunächst auf den Kaffeeanbau gesetzt, was sich langfristig nicht durchsetzte. Erst mit dem Einzug der Briten und etwas Wagemut entwickelten sich die heute noch ertragreichen Teeplantagen. Der Siegeszug dieser Plantagen am Ende des 19. Jahrhunderts ist der Zeitraum, in den die Autorin uns ins Umland von Colombo entführt.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Ausgehend von einer gegenwärtigen Rahmenhandlung – eine junge Frau, Diana Wagenbach, hat eine überraschende Erbschaft gemacht – wird der Leser zurück in die Vergangenheit geführt, wo der Ursprung eines lange gehüteten Familiengeheimnisses liegt, das entschlüsselt werden soll. Unweigerlich taucht man ein in die Schnitzeljagd von Diana und dem Wissenschaftler Jonathan, die geschickt von dem englischen Butler Mr. Green gelenkt wird.

Da die Anzahl der handelnden Personen überschaubar ist und auch die Geographie deutlich abgegrenzt wurde, machen die Wechsel der Zeit- und Handlungsebene keine Schwierigkeiten. So wird man mit jedem Kapitel mehr in den Strudel der Familiengeschichte eingesogen, der bis in die Gegenwart wirkt – über Kontinente und Generationen hinweg.

Überrascht hat mich, dass die Auseinandersetzungen zwischen Tamilen und Singhalesen, die zum Teil bis heute andauern, bereits Ende des 19. Jahrhunderts ihren Ursprung hatten. Die Tamilen wurden als Schriftkundige auf den Plantagen häufig als Vor- und Verwaltungsarbeiter eingesetzt, während die Singhalesen meist als Arbeiter ausgebeutet wurden. Mit Abzug der Kolonialherren projezierte sich die Wut der Singhalesen auf die zahlenmäßig unterlegenen Tamilen, die für sie die Handlanger ihrer Unterdrücker waren.

Ein wunderbarer Roman für alle „Orchideenhaus“-Leserinnen, Frauen, die einfach eine schöne, spannende Familiengeschichte miterleben möchten und dabei auch noch mit den Protagonisten in fremde Länder und andere Zeiten reisen möchten. Toller Frauenschmöker zur Entspannung – nicht nur im Gartenliegestuhl, begleitet von einem Glas bestem Ceylon Tee...

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

30

02.05.2012

„Ausgefallene Nähideen”

Amy Butler hat sich in diesem Buch ausschließlich den Bedürfnissen der Kleinsten angenommen und zeigt 20 Projekte, die (werdende) Mütter oder deren Umfeld begeistern sollen.

Schön ist, dass dabei praktisch jeder Lebensbereich verschönert werden kann: Kuscheltiere, Kleidchen, Wickeltasche, Kinderzimmerutensilien, Spielzeug und einiges mehr.

Zwar richtet sich das Buch auch an Näh-Einsteigerinnen, die brauchen dann jedoch viel Zeit, Ruhe und Geduld oder müssen sich mit Projekten wie einem Bilder-Leporello begnügen. Die wirklich schönen und nützlichen Dinge erfordern schon einiges an Übung.

Praktisch sind die Schnittmuster in Originalgröße und die Ringbindung des Buches, das so alle Nähausflüge unbeschadet übersteht.

40

02.05.2012

„Ein perfekter Begleiter”

Schwanger! Nun liegen 40 Wochen aufregender, spannender Zeit vor Ihnen. Nicht immer ist dabei die körperliche Bestform Begleiter. Der GU Ratgeber begleitet Sie perfekt durch diese aufregende Zeit, informiert übersichtlich und ohne Schnickschnack Woche für Woche über die gerade aktuellen Themen: die körperliche Entwicklung von Mutter und Kind und stellt mit der Rubrik "Aus der Arztpraxis" wichtige Informationen aus Arztsicht zusammen. Selbst Gymnastikübungen kommen nicht zu kurz.

Darüberhinaus werden Sie auch in den ersten Wochen nach der Geburt begleitet, es gibt Checklisten für Babys Erstausstattung und zalhreiche Adressen im Anhang, bei denen es weiterführende Informationen zu den unterschiedlichsten Themen gibt.

In meinen Augen ein übersichtlicher, unverzichtbarer Begleiter in dieser immer aufregenden und manchmal aufreibenden Zeit für alle Schwangeren, werdenden Väter, Großeltern in spe und überhaupt jeden Interessierten.

40

02.05.2012

„Ein Rohdiamant!!!”

Matthew Prendel verwirklicht einen Lebenstraum und nimmt sich eine Auszeit um mit zwei Freunden auf der eigenen Yacht in die Südsee zu segeln. Doch was als Tour des Lebens beginnt, wird zur Tour des Todes. Die Yacht wird von Piraten gekapert, seine Freunde werden erschossen, er selbst flüchtet sich durch einen Sprung in den Golf von Guinea, fernab jeglicher Zivilisation. Lediglich ein Aufschub des Todeszeitpunktes, in Anbetracht der Tatsache, dass er weiß, dass in erreichbarer Nähe weder Schiffe fahren, noch Inseln ihn erwarten.

Er kämpft mit dem Tod. Stunden und Tage. Und als er sich selbst aufgegeben hat, spürt er Sand an seiner Wange. Zu allem Überfluss bemerkt er auch noch einen Menschen, der ihn offenbar gerettet hat – und erkennt in ihm einen der Piraten, den er glaubte erschossen zu haben.

Was nun beginnt und auf gut 150 Seiten kaum dichter und spannender sein kann ist eine Robinsonade der modernen und besonderen Art. Die beiden Männer teilen sich eine kaum 6 quadratkilometergroße Insel, fernab jeglicher Zivilisation, jedoch nicht ohne Regeln und Machtkämpfe. So unterschiedlich die beiden – auch von Ihrer Herkunft – sind, so sehr müssen sie doch eine Zweckgemeinschaft bilden, um jemals von der „Insel der Widersprüche“ verschwinden zu können.

Der Pirat Nelson Souza nimmt dabei eine dominante Stellung ein: er beherrscht Prendel vor allem durch Macht und Gewalt, beobachtet und bewacht ihn und verteidigt seinen Teil der Insel, den Prendel nicht betreten darf vehement. Was hat er dort zu verbergen? Woher hat er all die kleinen Annehmlichkeiten, die das Überleben auf dem Eiland so viel angenehmer machen? Können die beiden sich vertrauen? Oder müssen sie bis aufs Blut kämpfen, um überleben zu können?

Der Autorin gelingt ein Kleinod, mit ihrer Robinsonepisode. Sie beschreibt dicht und sehr authentisch die Innensichten des Arztes auf der Insel, die Formen der Abhängigkeit, die die beiden Leidensgefährten verbindet, auch die Ränke um Macht und Dominanz. Ab wann sind Regeln nicht mehr wichtig? Welche Bedeutung hat die Existenz des jeweils anderen Menschen auf der Insel, auch wenn man sich weitestgehend aus dem Weg geht? Wie weit geht ein Mann, um sein eigenes Überleben zu sichern? Und was kommt danach?

Ein großartiges Lesestück, nicht nur für Segler und Abenteurer, sondern für jeden, der Spaß an spannender, psychologisch raffinierter Unterhaltung hat.


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