Wo Besson drauf steht, da ist Action drin. Selbst wenn der Franzose nur als Produzent eingesetzt wird, steht sein Name trotzdem für Explosionen, Blei und harte Männer. So auch bei From Paris with Love, trotzdem kann sich der Film nicht in die Riege der Besson Klassiker einreihen.
Reese ist aufstrebender Agent. Zur Tarnung arbeitet er für den US Botschafter in Paris, im Hintergrund ficht er seit neuestem Kämpfe für den Geheimdienst aus. Für seinen nächsten Auftrag wird ihm Agent Wax zur Seite gestellt, den jemand in einem anderen Film sicher der beste, den wir haben genannt hätte. Wax ist eine menschliche Gefahrenquelle und als Partner beinahe unerträglich, denn er ist draufgängerisch und laut. Trotzdem schafft er es immer wieder die beiden aus höchst brenzligen Situationen zu retten. Nach und nach deckt das Duo auf, dass sich hinter ihrer Mission weit mehr verbirgt als zunächst gedacht, und es kommen Dinge an den Tag, die besonders Reese das Leben schwer machen.
John Travolta ist inzwischen etwas aus dem Leim geraten. Umso befremdlicher wirkt es da, wenn er im Alleingang eine ganze Straßengang aufmischt. Um die Tatsache zu verwischen, dass es nun mal nicht Travolta ist, der da durchs Bild wirbelt, setzt Regisseur Pierre Morel auf extrem nahe Bilder. Leider nimmt das dem Film aber schnell seine Glaubwürdigkeit, wie soll man so wirklich glauben, dass Travolta persönlich mit den bösen Buben aufräumt? Er ist ja kaum zu erkennen. Das hat Sylvester Stallone mit Rambo oder The Expendables doch besser gemacht. Trotzdem ist die Figur des Charlie Wax auch ein Pluspunkt des Films, denn er macht mit seiner überdrehten Art einfach Spaß. Auch wenn die Drehbuchautoren einmal zu oft versuchen dem Zuseher weis zu machen, dass Wax nun vollkommen den Verstand verloren hat, nur um abermals zu zeigen, dass er doch richtig gehandelt hat. Somit ist Wax Plus- wie Minuspunkt. Jonathan Rhys-Meyers als Reese bleibt im Endeffekt recht wenig zu tun, denn der Star ist Travolta. Er dient lediglich als Mittel zum Zweck, dem gegen Ende eine enorme emotionale Last aufgebürdet wird, was im krassen Kontrast zum Rest des Films steht. Wie schon Smokin Aces schlägt From Paris with Love im Finale plötzlich extrem ernste Töne an, die so nicht nur unerwartet sind, sondern auch fehl am Platz wirken. Dabei hatte die überzogene Action zuvor so viel Spaß gemacht.
Das klingt nun als wäre From Paris with Love ein vermurkster Film, das ist er aber nicht. Der Streifen ist ein solider Actionreißer, mit einer spaßigen Hauptfigur, und einigen toll choreographierten Szenen, außer vielleicht jenes besagten Straßenbandenabschnitts.
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