Man könnte dem Verantwortlichen, der sich den Untertitel Prevolution ausgedacht hat, entweder zweifelnd anblicken, oder beglückwünschen, immerhin ist es besser als das englische Kuriosum Rise of the planet of the apes. Aber Titel sagen meistens wenig über den Inhalt aus (es sei denn man zieht Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford als Vergleich heran), und so ist es auch hier, denn der Inhalt ist über jeden Zweifel erhaben, Natürlich lässt sich wie immer die Frage stellen, ob denn ein Film wie dieser nötig ist, denn hat man mit Planet der Affen nicht bereits einen Sci-Fi-Klassiker, samt einiger mehr oder weniger gelungener Fortsetzungen, und braucht kein Prequel, Remake, Reboot, was auch immer das ist, dazu. Es sei gesagt, Planet der Affen: Prevolution ist ein Reboot, und zwar der Marke Batman Begins, was auch auf die Qualität des Werks schließen lässt. James Franco spielt einen jungen Wissenschaftler, der an einem Mittel gegen Alzheimer arbeitet, und dieses an Affen testet. Hierbei stößt er auf die erstaunliche Erkenntnis, dass das Mittel scheinbar die Intelligenz der Primaten deutlich steigert. Nach einem unschönen Vorfall, in den auch die Geldgeber des Projekts verwickelt sind, sieht sich Franco gezwungen einen nun mutterlosen Babyaffen mit nach Hause zu nehmen. Er wird Cesar getauft und wird schnell ein Teil der Familie. Die Familie ist hierbei Franco selbst, sein alzheimerkranker Vater, gegeben von John Lithgow, und seine Freundin, gespielt von Slumdog Millionär Schönheit Freida Pinto. Man sieht, es sind reihenweise namhafte Akteure vertreten, doch interessanterweise bleibt ein anderer der Star und Mittelpunkt und zwar Cesar. Diesen spielt Andy Serkis, so wie schon Gollum im Herr der Ringe oder den Riesenaffen in King Kong, und, ohne mich dabei zu weit aus dem Fenster zu lehnen, für seine Performance hier, könnte man ihm tatsächlich eine Oscarnominierung zusprechen. Serkis haucht dem CGI Affen so viel Leben ein, dass man auf Seite der Zuseher immer versteht, was hinter der haarigen Stirn vor sich geht, eine wahre Meisterleistung. Leider kommt es wie es kommen muss, und Cesar landet, abermals nach einem unschönen Vorfall, in den diesmal Francos Nachbarn verstrickt sind, in einem Heim für Primaten. Hier ergeht es ihm schlechte, denn die Rangordnung der Affen ist klar, und der Neuankömmling sieht keinen grünen Zweig. Gut nur, dass Cesar dank seiner Mutter, die ja mit dem intelligenzsteigernden Mittel gefüttert wurde, ebenfalls ein schlaues Köpfchen ist, und so nicht nur die Primaten für sich gewinnt, sondern auch seinen Ausbruch plant. Planet der Affen: Prevolution ist ohne Zweifel die Serkis Show. Was der Ausnahmeschauspieler hier zaubert ist unvergleichlich, natürlich mit großartiger Unterstützung des Special Effects Teams. Hinzu kommt noch ein großartiger Score von Patrick Doyle, eine Geschichte, die von Anfang bis Ende spannend ist, und ein actiongeladener Showdown, der für offene Münder sorgen wird. Man sagt es reichlich selten, aber ich freue mich schon auf die obligatorische Fortsetzung, die dieser Film nach sich ziehen wird.
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