Tim Burton hatte schon immer ein Faible für Filme mit musikalischem Hintergrund. So erklären sich auch seine erneuten Anstrengungen, ein Musical zu adaptieren. SWEENEY TODD - DER TEUFLISCHE BARBIER AUS DER FLEET STREET (2007) basiert auf einer Romanfigur aus dem 19. Jahrhundert und wurde durch Stephen Sondheims Broadway-Musical aus dem Jahr 1979 weltweit berühmt. Die morbide Geschichte durfte aufgrund ihrer Popularität in regelmäßigen Abständen für Film und Fernsehen adaptiert werden – so kommt SWEENEY TODD bis heute auf insgesamt zehn Film- und TV-Auftritte.
Mit Tim Burton wagte sich nun ein Profi des extravaganten Gruselkinos an die Materie, welcher im Schlepptau gleich eine ganze Anzahl fantastischer Darsteller mitbringt. Neben Johnny Depp sind auch Helena Bonham Carter sowie Alan Rickman in dem „Grusical“ zu sehen. Inszenatorisch gibt es keine Überraschungen – ohne auch den Namen des Regisseurs nur gehört oder gelesen zu haben, dürfte es niemandem schwer fallen, den Burton\'schen Stil auszumachen. Besonders gelungen ist dabei die filmische Imitation einer Broadway-Bühne. Die Anzahl der Schauplätze wurde aus diesem Grund sehr gering und statisch gehalten. Lediglich einige CGI-Kamerafahrten lassen winzige Einblicke in das triste London des 19. Jahrhunderts zu.
Die Schauspieler leisten ganze Arbeit: Die Besetzung wurde perfekt gewählt, wenn auch die gesanglichen Qualitäten der Protagonisten nicht mit denen von Broadway-Musikern mithalten können.
Bleibt Burtons extravagant düsterer Stil auch ein Segen für die Atmosphäre des Filmes, ist die schleichend überhand nehmende Monotonie in seiner kreativen Weiterentwicklung nicht mehr von der Hand zu weisen. Das Markenzeichen des Regisseurs hat sich in nur wenigen Nuancen verändert und lässt die sprudelnde Fantasie vergangener Werke missen. Vielleicht wäre es auch für Tim Burton einmal an der Zeit, sich neu zu erfinden.
Insgesamt ist SWEENEY TODD (2007) ein ungewöhnliches, aber gleichzeitig etwas festgefahrenes Werk. Zum einen liegt dies an der eher massenuntauglichen, da sehr dissonanten Musik, die es zu keinem Zeitpunkt mit der vielschichtigen Komposition des TANZ DER VAMPIRE-Musicals (Komponist: Jim Steinman) aufnehmen kann, zum anderen aber auch am Entwicklungsstillstand des Regisseurs.
Die Blu-ray-Disc gefällt durch eine sehr gelungene Bildqualität, die nur in dunklen Bereichen eine etwas höhere Feinzeichnung vermissen lässt, sowie durch einen äußerst soliden Sound, wobei man bei der Synchronisation leider auf HD-Ton verzichten muss. Das Bonusmaterial ist dahingegen gut gelungen.
Subjektive Filmwertung: 7 von 10 morbide, mit fantastischem Wortwitz ausgestattete Grusicals