Was kommt heraus, wenn ein erfahrener Jugendfilmregisseur (Chris Columbus) sich der Adaption einer erfolgreichen Jugendbuchreihe annimmt? Man würde wohl sofort an einen neuen HARRY POTTER denken und so weit daneben läge man damit gar nicht mal, denn immerhin hat Herr Columbus ja die ersten beiden Abenteuer des Zauberlehrlings verfilmt. Doch es gibt eine weitere sehr erfolgreiche Fantasy-Jugendbuchreihe, die die Abenteuer des PERCY JACKSON zum Inhalt hat. Dieser ist ein Halbgott, der Sohn aus der Liaison von Meeresgott Poseidon mit einer Sterblichen. Natürlich weiß Percy Jackson anfangs nichts von seiner Herkunft, wenngleich er nach sechs Schulausschlüssen und einigen merkwürdigen Erlebnissen schon ahnt, dass er anders ist als andere Jugendliche gleichen Alters?
Was sich ihm kurz darauf eröffnet wird mit vielen ?Wows? effektvoll präsentiert: Er kämpft mit einem Minotauren, lernt das Halbgott-Camp kennen und schätzen und legt sich auch mit Hades, dem Gott der Unterwelt an ? na wenn das kein Stoff für ein großes Kinoabenteuer ist!
Der Film macht grundsätzlich auch vieles richtig ? zumindest wenn man selbst nicht viel älter ist als der Protagonist, der allerdings eigentlich erst 12 sein soll, aber eher wie sagen wir 16 wirkt. Dann ist PERCY JACKSON nämlich ebenso unterhaltsam wie die HARRY POTTER-Filme, ebenso effektreich, üppig an fantasievoller Ausstattung und voller interessanter Figuren, die hier allerdings eine Spur zu schnell abgerissen werden und oft nur für ein paar spektakuläre Szenen herhalten müssen (so ein bisschen wie Endgegner in Konsolenspielen). Die Geschichte ist locker-flockig erzählt, sprüht vor Dialogwitz, der zumindest in Deutsch allerdings nicht immer voll zündet und die Darsteller spielen sympathisch. Auch die Erwachsenen (z.B. Uma Thurman oder Pierce Brosnan) spielen durchaus ansehnlich, haben aber überwiegend die Villain-Rollen abbekommen. Bei all dem sieht der erwachsene Zuschauer zwar etliche Logiklöcher, die aber meist gekonnt von Rasanz und Kurzweiligkeit des Films vergessen gemacht werden und den Jüngeren dadurch wohl eher selten auffallen sollten. Unterhaltsam ist PERCY JACKSON also allemal, ein Meisterwerk hingegen wohl kaum! Die Kenner der Bücher werden zudem natürlich wie bei fast jeder Roman-Adaption viele Änderungen und sogar das Wegfallen von Figuren gegenüber der Buchvorlage kritisieren. Ein gängiges Mittel, um die Filmkonsumenten nicht mit allzu vielen Details und eventuellen Längen abzulenken bzw. zu langweilen und stattdessen mit Action und Optik zu faszinieren.
Auf Blu-ray fasziniert der Film auf jeden Fall nicht zuletzt durch die tolle, referenznahe Technik. Das sehr plastische Bild bringt die optischen Leckerbissen perfekt zur Geltung und hat nur kleinere Schwächen bei Effektschärfe und Schwarzwert, während Puristen beim Ton lediglich das letzte Quäntchen Dynamik vermissen dürften ansonsten aufgrund vieler raumfüllender Signale aber mit der Zunge schnalzen. Die Extras sind nicht gerade üppig und maximal unterhaltsam für Jugendliche aufbereitet. Mit zusätzlicher DVD und einer Digital Copy ist man überdies aber für alle Eventualitäten und Systeme in ein und derselben Edition gerüstet.