Darren Aronofsky ist der Mann, dem ich die Fähigkeit zuschreibe das moderne Kino noch retten zu können. In einer cineastischen Welt der Remakes, Fortsetzungen und Prequels erschafft er neues, was sich kaum ein junger Filmemacher noch wirklich zutraut. Sein Erstling "Pi" war ein gefeierter Artfilmerfolg, dessen Nachfolger "Requiem for a Dream", mein persönlicher Lieblingsfilm, ist inzwischen ein junger Klassiker, sein Ausflug ins Sci-Fi Genre, gepaart mit einem kräftigen Schuss Esoterik, getauft "The Fountain" spaltete die Zuseher und mit "The Wrestler" rehabilitierte er sich nicht nur, sondern verhalf Mickey Rourke zu einem grandiosen Comeback. Mit "Black Swan" setzt er seinem Schaffen die Krone auf und liefert seine beste Arbeit seit "Reuqiem for a Dream". Der Film erzählt die Geschichte von Nina, Tochter einer gescheiterten Ballerina und selbst Ballettänzerin, die um die Hauptrolle in einer Neuinterpretation von Schwanensee buhlt. Als sich ihr Traum erfüllt, ist sie überglücklich, doch Leistungsdruck und Versagensängste machen der jungen Frau schwer zu schaffen, bis sie selbst an ihrem Verstand zweifelt. Gleich zuerst sei Natalie Portman genannt. Die junge Akteurin hat für die Rolle der Nina nicht nur den Golden Globe erhalten, sondern auch den Oscar und auch sonst einige Kritikerpreise, und das vollkommen zurecht. Portman geht bei ihrer Perfomance nicht nur an ihre psychischen Grenzen, sondern auch an ihre physischen, was in jeder Szene zu sehen ist. Der zweite Star des Films ist wie immer Aronofskys Regie. Benutzte er in früheren Werken vor allem schnelle Schnitte und andere visuelle Spielereien, so gerät das Gesehen diesmal beinahe klassisch, bis auf den exzessiven Gebrauch von Handkameras. Aronofsky ist meist ganz nahe am Geschehen, sprich an Natalie Portman, und zeigt seine Story in teils grobkörnigen Bildern, besonders die Tanzszenen werden so zum wahren Augenschmaus. Das geniale Gesamtpaket komplett macht das formidable Sounddesign, zusammen mit dem Soundtrack, den wieder Clint Mansell besteuert, der sich natürlich großzügig bei Tschaikowskis Motiven bedient, die im Finale auch dementsprechend dominieren. Aronofskys Werke sind Filme, die unweigerlich auf ein Ende zugehen, dementsprechend gewaltig sind seine Showdowns. Nicht anders bei "Black Swan". Die Uraufführung des Schwanensees mit Nina in der Hauptrolle ist ein mehrere Minuten andauernder Gänsehautmoment, samt vieler kleiner Showdowns im Showdown. Aronofsky hat es wieder geschafft, "Black Swan" ist ein weiteres Meisterwerk in seiner Filmografie. Unbedingt sehenswert.
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