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Die Leiden eines Amerikaners

Die Leiden eines Amerikaners

Roman

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Artikeldetails zu Die Leiden eines Amerikaners

AutorSiri Hustvedt

Untertitel Roman

Abbildungsvermerk 21 cm

  • ISBN-103-498-02985-1
  • ISBN-139783498029852
  • Verlag Rowohlt Verlag
  • ÜbersetzerGertraude Krueger, Uli Aumüller
  • Einbandartgebunden
  • Seiten411
  • Veröffentlicht07.03.2008
  • GenreRoman
  • Gewicht511g
  • SpracheDeutsch
  • OriginaltitelThe Sorrows of an American

Kurzbeschreibung zu Die Leiden eines Amerikaners

Meine Schwester Inga nannte es Das Jahr der Geheimnisse, lautet der erste Satz dieses Romans. Und in der Tat, im Verlauf eines guten Jahres treten verschiedene Geheimnisse zutage manche gehören Toten, andere den Lebenden. Etwa dem siebenundvierzigjährigen Erzähler Erik Davidsen, ein geschiedener Ex-Psychiater, der einsam in einem Haus in Brooklyn lebt und über Medizingeschichte schreibt. Oder seiner älteren Schwester Inga, die mit ihrer Tochter Sonya in Tribeca wohnt und von ihren Erinnerungen an 9/11 verfolgt wird. Beide laborieren noch am Tod ihres Vaters im ländlichen Minnesota, der mysteriöse Briefe von einer Frau namens Lisa bekam Briefe, die ihn einschworen, ihr gemeinsames Geheimnis nicht preiszugeben. Aber auch Inga selbst scheint etwas zu verbergen oder warum sonst schwiege sie sich aus über die rätselhafte Frau mit dem aus Scham und Vergnügen gemischten Ausdruck im Gesicht, die eines Tages eilends ihre Wohnung verlässt, just als Erik hereinkommt. Und dann Miranda, die Immigrantin aus Santa Lucia, die in das Gartenapartment von Eriks Haus einzieht: Warum bleibt sie so stolz und unnahbar, während ihre kleine Tochter Eggy Erik mit selbst gezeichneten Bildern und hieroglyphischen Botschaften umwirbt? Und was hat es mit den schmutzig bekritzelten Fotos von Miranda und Eggy auf sich, die Erik vor der Haustür findet und vor Scham in einer Schublade versteckt, damit die beiden sie nicht sehen? Je mehr Erik sich auf die Geheimnisse anderer einlässt, desto stärker sieht er sich mit seinen eigenen Fehlern konfrontiert, die dazu geführt haben, dass er im besten Alter am Endpunkt seines Lebens angekommen zu sein scheint. Ein Familienroman, ein Buch voller dunkler Rätsel und eine Reise in die entlegenen Regionen der Seele eines amerikanischen Jedermann..

Portrait

Gertraude Krueger:
Gertraude Krueger, 1949 geboren, lebt als Dozentin und freie Übersetzerin in Berlin. Zu ihren Übersetzungen gehören u.a. Sketche der Monty-Python-Truppe und Werke von Julian Barnes, Alice Walker, Siri Hustvedt und Jhumpa Lahiri.
Siri Hustvedt:
Siri Hustvedt wurde am 19.02.1955 in Northfield, Minnesota, als älteste von vier Töchtern eines norwegisch-amerikanischen Professors für Skandinavistik und einer norwegischen Einwanderin geboren. Nach dem Besuch des St. Olaf College in Northfield, das sie 1977 mit B.A. in Geschichte abschloss, arbeitete sie zunächst als Kellnerin. 1978 ging sie zum Studium nach New York. 1979 erwarb sie an der Columbia University den M.A. in Anglistik. 1986 wurde sie mit einer Arbeit über Charles Dickens ("Figures of Dust. A Reading of 'Our mutual friend'") zum PhD promoviert. Im Februar 1981 lernte sie den Schriftsteller Paul Auster kennen, den sie 1983 heiratete und mit dem sie einen Stiefsohn und eine Tochter hat. Heute arbeitet Siri Hustvedt als Schriftstellerin, Essayistin und Übersetzerin aus dem Norwegischen.
Uli Aumüller:
Uli Aumüller ist Übersetzerin, Journalistin und Filmemacherin. Seit 1978 übersetzt sie Belletristik, Hörspiele, Drehbücher, Theaterstücke aus dem Französischen und Englischen, u.a. Jean-Paul Sartre, Albert Camus, Milan Kundera und Siri Hustvedt. Für ihre Übersetzungen erhielt sie den Paul-Celan-Preis und den Jane Scatcherd-Preis.

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30

06.04.2008

„Weit gefächert”

von Polar aus Aachen Top-100 Rezensent Top 100 Rezensent
Im Erzähler Erik Davidsen bündeln sich die verschiedenen Leben, die Siri Hustvedt in ihrem neuen Roman beschreibt. Er ist der Schnittpunkt zwischen Familie und Außenwelt, darüber hinaus Psychiater, eine etwas graue Maus, wenn auch mit einigen Verschrobenheiten versehen. Sein Leben kommt erst in Bewegung, als eine Nachbarin mit ihrer Tochter entzieht, diese unter den Nachstellungen des Vaters der Tochter zu leiden, dem sie jedoch auch verfallen zu sein scheint. Schon dessen Manie zu fotografieren, seine Bereitschaft in fremde Wohnungen einzubrechen, ist schwer nachvollziehbar. Es handelt sich dabei um eines der angeblichen Geheimnisse in diesem Roman, bei denen man hofft, daß sie irgendwo einmünden, doch Hustvedt begnügt sich damit, ihre Protagonisten Geheimnisse mitzugeben, um vor allem eins zu beweisen, dass sie welche haben. Sollen wir uns eingestehen, dass jeder welche vor sich und anderen versteckt? Oder dienen die Geheimnisse nur als Plot, der Spannung erzeugen soll, um die intellektuellen Debatten des Romans aufzuwerten? Die Beobachtungen sind streckenweise gut beschrieben, finden jedoch zu keinem Ganzen, da die einzelnen Fäden so umständlich verbunden werden, dass man der Geschichte nicht wirklich verfällt. Egal ob Miranda oder die Schwester Inga ihre Geschichten wirken arg konstruiert. Neurosen werden ausgiebig diskutiert, erscheinen aufgesetzt oder werden geheimnisumwittert verschwiegen. Die Lebensstränge schleppen sich eher dahin. Das ist Siri Hustvedt in ihren anderen Büchern weitaus besser gelungen.

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